Als langjähriger pMachine (pro) und ExpressionEngine-User weiß ich nun, warum pMachine Inc. bzw. jetzt EllisLab es bisher immer wieder vermieden hat, Release Dates bekannt zu geben.
Mit der Ankündigung von ExpressionEngine 2.0 (EE 2.0) vor gefühlt zwei Jahren hatte sich das Unternehmen keinen Gefallen getan. Immer wieder wurde der Veröffentlichungszeitpunkt verschoben, bis im Oktober dann bei einer Veranstaltung der 1. Dezember 2009 als definitves Release Date genannt wurde.
Ursprünglich sollte EE 2.0 also vorgestern als finale Version erscheinen. Allerdings hatte man einen Soft Launch geplant, d.h. ohne große Ankündigung und Promotion im Netz. Später hieß es dann, dass am 01.12.2009 lediglich ein erster Release Candidate erscheinen solle. Wiederum ein paar Wochen später kristallisierte sich dann heraus, dass EE 2.0 am 01.12.2009 als Public Beta erscheinen solle.
Am 01.12.2009 kam dann wiederum etwas dazwischen, so dass die Veröffentlichung auf den gestrigen 02.12.2009 verschoben werden musste. Gestern Abend war es dann aber endlich soweit.
Da ich Zeit hatte und ohnehin eine EE 1.6.8-Lizenz, hatte ich die 50 USD für ein Upgrade investiert und mir EE 2.0 PB1 heruntergeladen (es gibt auch eine für 30 Tage funktionierende kostenlose Trial-Version, dafür muss auf dem Server allerdings der Zend Optimizer installiert sein). Im Paket befinden sich die letzte EE 1.x-Version sowie die 2.0 PB1. Letztere ist entpackt etwa satte 17 MB schwer und umfasst 1.700 Dateien (einschl. CodeIgniter, auf dem EE nun basiert). Damit ist ExpressionEngine schon lange kein Leichtgewicht mehr unter den CMS und das Hochladen dauerte auch eine Weile.
Die Installation verlief dann aber ohne Probleme. Das Backend ist wirklich hübsch gemacht und nach einer Weile findet man sich als EE-User auch zurecht. Allerdings ist die neue Navigation genauso unübersichtlich, wie sie es bei der alten Version war. Nur anders eben.
Bereits im Backend läuft EE 2.0 gefühlt wesentlich schneller und auch die Testseite im Frontend überzeugte durch einen schnellen Aufbau, obwohl von den diversen Cache-Optionen noch keine aktiviert war. Ob das daran liegt, dass EE nun auf dem CodeIgniter-Framework basiert, kann ich nicht sagen, da ich PHP sowieso nicht blicke. Alles in allem hinterließ EE 2.0 einen guten Eindruck, wenn es auch noch an der einen oder anderen Stelle hakt. Aber dafür ist es ja eine Beta-Version.
Einen Überblick gibt die eigens für 2.0 eingerichtete offizielle Seite auf ExpressionEngine.com. Devot-ee listet die Add-Ons auf, die bereits mit 2.0 funktionieren.
Stichwort: Beta. Es ist eigentlich unglaublich, mit welchem Enthusiasmus die EE-Jünger Geld dafür bezahlen, dass sie Beta-Tester sein dürfen und das Produkt über den grünen Klee loben. Vergleichbar eigentlich nur noch mit den Apple-Fans ;-) Zu den letzteren zähle ich mich auch, weshalb ich wohl gestern Abend auch gleich die Kreditkarte gezückt habe. Die Neugier hat halt obsiegt.
Was nicht heißen soll, dass ich das Geschäftsgebahren von EllisLab gutheißen würde. Man hat Jaaaaahre gebraucht, um die neue Version fertig zu stellen, hat in den letzten Monaten eine closed beta gemacht und kann nun immer noch nicht mit einer finalen Version aufwarten. Was bei einem OS-Produkt wie WordPress normal ist, sollte eigentlich bei einem kommerziellen Produkt anders laufen. Da erwarte ich für mein Geld ein sofort perfekt funktionierendes Produkt.
Was mir weiterhin nicht gefällt, sind die Dollarzeichen in den Augen vieler “Entwickler” im Umfeld der ExpressionEngine, die mit ihren Add-Ons usw. gutes Geld verdienen wollen. Klar, bei einem kommerziellen Produkt muss man auch kommerzielle Plugins etc. hinnehmen. Leider finde ich den Link nicht mehr, aber wenn ich von so einem Entwickler lese, dass er seine Kollegen, die kostenlose Add-Ons für die EE veröffentlichen, davon überzeugen möchte, dass diese ebenfalls Geld verlangen, dann finde ich das zum Kotzen. Über die Qualität der Plugins kann ich nichts sagen, da ich wie gesagt, keine Ahnung von PHP habe, aber für ein anderes gutes bzw. schlechtes Beispiel halte ich EETemplates. Die dort angebotenen Templates sind einfach nur schlecht und die verlangten Preise für so einen Schund einfach Wucher.
Ok, bevor das zu einem ausgewachsenen Rant ausartet, schließe ich diesen Artikel mit der Erkenntnis ab, dass ich ExpressionEngine an sich für ein immer noch sehr gutes Produkt halte, mir aber das danze Drumherum langsam aber sicher immer weniger gefällt. Liegt aber vielleicht auch daran, dass das Produkt sich mehr und mehr ganz klar an die Profis richtet und immer weniger für den privaten Hobbybedarf geeignet ist (auch wenn es natürlich noch eine Personal License gibt, die aber mit 149.95 USD zu Buche schlägt).
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klasse, die beta kommt raus und ich kaufe. kurz vorm updaten fällt mir auf, dass ich keine lust mehr auf mein blog habe. also wird nix installiert und blog geschlossen.
:-)
Du bist ja bekannt für Deine Sprunghaftigkeit! ;-)
ich und sprunghaft? das ist doch eher dein ding :-)